Musikalische Komödie
Wer in Leipzig kulturell unterwegs ist und sich für Musicals und Operetten interessiert, der wird früher oder später auch in der musikalischen Komödie in der Nähe des Lindenauer Marktes im gleichnamigen Leipziger Stadtteil vorbeischauen. Die Geschichte der musikalischen Komödie begann 1912, als der sogenannte „alte Gasthof“ zum Konzertsaal umgebaut wurde, der den Namen „Drei Linden“ erhielt. Der „alte Gasthof“ bestand seit 1713, hundert Jahre nach seiner Eröffnung soll sogar Napoleon nach der Völkerschlacht bei Leipzig dort genächtigt haben. 1944 wurde die musikalische Komödie Spielort der Leipziger Oper, da das „Neue Theater“ am Augustusplatz durch Kriegsfolgen nicht bespielbar war. 1968 erhielt das Spielhaus dann seinen heutigen Namen „musikalische Komödie“. Der Name wurde nicht zu unrecht gewählt, denn neben Spielopern und Operetten fanden immer mehr Komödien den Weg in das Lindenauer Spielhaus.
Im Jahr 1990 fusionierten dann die Verwaltungsapparate der Oper Leipzig und der musikalischen Komödie. Das Spielhaus mit seinen über 500 Zuschauerplätzen bietet auch heute verschiedenste Veranstaltungen. So wird unter anderem das Musical „My Fair Lady“ gespielt, in dem der Junggeselle Professor Higgins wettet, der unehelichen Tochter eines Trinkers in wenigen Monaten gesellschaftliche Umgangsformen beizubringen.
Ein ebenfalls oft gespieltes Musical in der musikalischen Komödie ist „Jekyll and Hyde“, das seine Uraufführung 1990 feierte, rund hundert Jahre nach Erscheinen der Vorlage „The strange case of Dr. Jekyll and Mr. Hyde“ im Jahr 1886. Weitere bekannte Aufführungen in der musikalischen Komödie sind „der Vogelhändler“, „Peter und der Wolf“, „Mein Freund Bunbury“, „Zwei Herzen im Dreivierteltakt“, „Die Csardafürstin“, „Zara und Zimmermann“, „der Zauberer von Oss“ und „Aschenputtel“. Karten sind für solche Aufführungen schon zu moderaten Preisen von circa 20 Euro zu erhalten.




